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Regierungsinitiative Tour de Force

27. Dezember 2019

Im Februar 2017 stellte der Sprecher der zweiten Kammer im Namen des Ministeriums für Infrastruktur und Umwelt das Angebotsschreiben zur Agenda der Tour de Force vor. Tour de Force ist eine Initiative der dezentralen Behörden und der Zentralregierung, um die Niederlande auf dem Gebiet des Radsports auf Nummer eins zu halten. Aufgrund der großen gesellschaftlichen Bedeutung haben verschiedene Parteien das Bestreben unterstützt, die Zahl der Fahrradkilometer zwischen 2017 und 2027 um 20% zu erhöhen:

  • Gemeinden und Provinzen;
  • Interessengruppen: NS, ANWB, BOVAG, Fietsersbond, Stichting Natuur & Milieu und VVN;
  • Unternehmen, die in der Fahrradpolitik in den Niederlanden tätig sind.

Die Radsport-Agenda Tour de Force besteht aus acht Themen

  1. Niederlande führendes Radsportland

Die Zugänglichkeit steht aufgrund der wachsenden Urbanisierung und des zunehmenden Verkehrs unter Druck. Radfahrer sind in den Städten schneller, Fahrradfahren ist gesund, stoßt keine Abgase aus und ist relativ billig. Fahrradfahren trägt zum Funktionieren von Gesellschaft und Wirtschaft bei. Ziel ist es daher, das niederländische Fahrrad weltweit gut bekannt zu machen. Für die niederländische Geschäftswelt gibt es dafür im Rahmen von Tour de Force genügend Möglichkeiten und Ansatzpunkte.

  1. Mehr Platz für Fahrräder in Städten

In den letzten zehn Jahren haben sich viele niederländische Städte erfolgreich auf die Förderung der Fahrradnutzung konzentriert. Infolgedessen besteht ein Bedarf an einem besseren Fahrradnetz und mehr Abstellplätzen für Fahrräder. Bis 2030 wird mit einem Mangel von etwa hunderttausend Fahrradstellplätzen gerechnet. Überall im Land tauchen Projekte in Form von Pilotprojekten auf, um diese Probleme auf kreative Weise zu lösen.

  1. Qualitätsimpuls für regionale Radwege

Für Pendler und Schulkinder, die täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit und zur Schule fahren, müssen sichere und bequeme Fahrradverbindungen bereitgestellt werden. Neben der Verbesserung des Hauptfahrradnetzes in den Städten werden neue Schnellradwege zwischen den Städten gebaut, um die regionale Anbindung für das Radfahren zu optimieren. Derzeit sind in den Niederlanden etwa 25 Schnellradwege fertiggestellt oder derzeit im Bau.

  1. Optimierung des Übergangs zwischen Fahrrad-Öffis-Fahrrad und Auto-Fahrrad

Die Nutzung von Fahrrädern für die Fahrt zum Bahnhof stieg zwischen 2005 und 2016 von 36% auf 43%. Nahezu 75% der Personen, die häufig mit der Bahn reisen, wählen das Fahrrad. Um vom Bahnhof zum Endziel zu gelangen, ist die Fahrradnutzung von 10% auf 13% gestiegen. Eine größere Zahl von Menschen entscheidet sich dann für Bus, Straßenbahn oder U-Bahn. Tour de Force zielt darauf ab, den Wechsel zwischen Fahrrad-Öffis-Fahrrad und Auto-Fahrrad weiter zu verstärken. Dazu gehören Projekte wie die Verfügbarkeit von offenen Daten über die gesamte Kette und Ketteneinrichtungen, die Einführung offener Standards für Teilfahrradsysteme und E-Bikes.

  1. Spezifische Fahrrad-Zielgruppen

In den 35 Großstädten erhalten Kinder und Migranten Fahrradunterricht, um ihnen beizubringen, wie sie sicher Radfahren können und um sie dauerhaft fürs Rad zu begeistern. Insbesondere für Migrantinnen schafft dies ein größeres Lebensumfeld, es fördert die Gesundheit und bietet ihnen ein unabhängigeres Leben mit besseren Chancen, eine Arbeit zu finden.

Fünfzig Prozent der Arbeitnehmer, die in einem Umkreis von 7,5 Kilometern von ihrer Arbeitsstelle wohnen, fahren mit dem Auto zur Arbeit. Die Regierung regt Arbeitgeber dazu an, gute Radfahrmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen und eine Kilometerpauschale für Radfahrer zu gewähren. Mit dem E-Bike kann der 7,5-Kilometer-Radius sogar auf 15 Kilometer erweitert werden, was die Zahl der Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen könnten, weiter erhöht.

  1. Weniger Todesfälle beim Radfahren

Die Zahl der schwerverletzten Fahrradunfälle hat in den letzten Jahren zugenommen und betrifft vor allem ältere Menschen. Das liegt daran, dass die Niederländer ständig älter werden und die Zahl älterer Menschen auf Fahrrädern zunimmt. Es scheint, dass ältere Radfahrer bemerkenswert oft einen Unfall haben, an dem kein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt ist. Es werden Maßnahmen für stark befahrene Radwege und Kurse für ältere Menschen bereitgestellt. Darüber hinaus wurden Projekte gestartet, in denen „verzeihende Radwege“ gebaut werden, die berücksichtigen, dass ein Radfahrer Fehler machen kann. Diese Radwege haben zum Beispiel keine Pfosten, aber sie haben schräge Pflasterreifen, breite Kurven und weiße Randstreifen.

  1. Weniger Fahrraddiebstahl

Fahrraddiebstahl ist eine der häufigsten Formen der Kriminalität und wirkt sich negativ auf den Ruf des Fahrrads aus. Durch die Erweiterung der eindeutigen Identifikation wie Fahrradrahmennummern und das Fahrraddiebstahlregister können gewöhnliche Fahrräder besser zurückgefunden werden. Darüber hinaus sind sichere Fahrradabstellplätze erforderlich, und ICT-Anwendungen wie z.B. die GPS-Diebstahlsicherung können die Zahl der gestohlenen Fahrräder verringern.

  1. Kenntnisinfrastruktur und Daten

Im Rahmen der Tour de Force arbeiten vierzehn ambitionierte Radsportstädte eng zusammen: Amsterdam, Amersfoort, Apeldoorn, Den Bosch, Den Haag, Eindhoven, Enschede, Goes, Groningen, Nimwegen, Rotterdam, Tilburg, Utrecht und Zwolle. Ihr Ziel ist es, einen gemeinsamen Nutzen durch den Austausch von Fachwissen, die Einrichtung von Pilotprojekten und die Erlangung von mehr öffentlicher finanzieller Unterstützung für groß angelegte Investitionsprogramme für den städtischen Radverkehr zu erreichen.

Fachwissen über die Fahrradwelt und Datensysteme sind notwendig, um eine effektivere Politik umsetzen zu können. Dazu wird eine Wissenssite Fahrraddatenplattform mit einer zugänglichen Datenstruktur entwickelt.

Regierungsinitiative Tour de Force
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